Exkursionsbericht B 14 Nellmersbach–Backnang-West

Gruppierung von Arbeitern mit Helmen und Warnwesten an einer Baustelle neben einem Graben mit grünem Sicherheitsnetz.
Baustelle: zwei Bauarbeiter in orange Warnjacken und Helmen vor rohem Betonbauwerk, Holzbalken und Leiter.
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Am 06.05.2026 ging es für uns auf die Baustelle des Neubaus der B 14 zwischen Nellmersbach und Backnang-West. Geführt wurden wir dabei vom Regierungspräsidium Stuttgart. Der Neubau umfasst insgesamt rund 7,5 Kilometer Strecke mit 16 Brückenbauwerken, zwei Tunnelbauwerken, einem Trogbauwerk, sechs Beckenbauwerken sowie verschiedenen Lärmschutzbauwerken und Stützmauern.

Zu Beginn bekamen wir in einer Präsentation einen Überblick über das Gesamtprojekt und die einzelnen Bauabschnitte. Interessant war dabei auch der Blick auf die bereits fertiggestellten Abschnitte. Gleicahzeitig wurde aber auch deutlich, wie viel im weiteren Verlauf noch umgesetzt werden muss und wie viele unterschiedliche Faktoren bei einem solchen Projekt zusammenspielen. Neben dem eigentlichen Straßenbau müssen zum Beispiel Strommasten verlegt, bestehende Zufahrten erhalten und mehrere Brückenbauwerke angepasst oder neu gebaut werden. Gerade die Zufahrten spielen dabei eine große Rolle, weil sie während der Bauzeit weiterhin funktionieren müssen.

Im weiteren Verlauf der Exkursion ging es dann raus aufs Baufeld. Ein besonders spannender Punkt waren hier die beiden Bahnbrücken und die enge Zeitplanung, die damit verbunden ist. Sperrungen der Bahnstrecke sind nur in einem begrenzten Zeitraum möglich. In dieser Zeit müssen unter anderem die Oberleitung umgelegt, die alte Brücke abgebrochen und die neue Brücke an ihre endgültige Position gebracht werden. Spannend war dabei auch zu sehen, dass die beiden Bahnbrücken nicht direkt in ihrer endgültigen Lage hergestellt werden. Stattdessen werden sie zunächst seitlich in Herstelllage aufgebaut und anschließend im Querverschub samt Widerlager in ihre Endlage geschoben.

Auch die große Bogenbrücke war ein spannender Teil der Führung. Hier wurde deutlich, dass nicht nur der sichtbare Brückenbau anspruchsvoll ist, sondern auch die Gründung und die Arbeiten im Untergrund. Erschwert wird das Ganze zusätzlich dadurch, dass in diesem Bereich bereits früher ein Bauwerk stand und deshalb auch mit Resten des alten Bauwerks umgegangen werden muss.

Ein weiterer interessanter Punkt waren die Regenklär- und Regenrückhaltebecken. Vor allem die Funktion der Becken und die integrierte Abscheidung von Stoffen aus dem Straßenabfluss waren spannend zu sehen. Dadurch wurde deutlich, dass zu einem Straßenbauprojekt nicht nur Fahrbahnen und Brücken gehören, sondern auch viele technische Anlagen im Hintergrund.

Danach ging es weiter in den Bereich der Anschlussstelle Backnang-West. Dort sahen wir, wie der Verkehrswegebau vor Ort organisiert wird. Dazu gehörten unter anderem Betonleitwände, Verkehrsführung, Brückenabdichtung und Gussasphalt.

Zum Schluss ging es dann zum rund 80 Meter langen Rahmenbauwerk und zur Steilböschung. Dort konnte man gut erkennen, wie viele unterschiedliche Interessen bei einer Planung berücksichtigt werden müssen. Einerseits soll das Bauwerk funktional und ausreichend groß ausgeführt werden, andererseits spielen auch Radverkehr, Anwohner, Flächenbedarf und die spätere Nutzung eine Rolle.

Insgesamt war die Exkursion ein spannender Tag mit vielen Eindrücken in die Komplexität eines großen Infrastrukturprojekts. Vielen Dank an das Regierungspräsidium Stuttgart für die tolle Möglichkeit und an das Team vor Ort für die spannenden Einblicke.

Text: Nils Wenzel